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Endstation Purau

Glücksgefühl vs. Verzweiflung

 

Es ist mal wieder ein Wochenende, an dem ich nicht arbeiten muss! Yeah!! Und da der Sommer sich langsam dem Ende neigt, wollen wir jede Möglichkeit nutzen, um etwas mehr von der Südinsel zu erkunden.

 

Es sollte dieses Wochenende auch nur ein kurzer Trip werden, denn ich musste Freitag lange arbeiten und abends wollten wir nicht mehr los fahren. Somit ging es ganz gemütlich auch erst Samstagnachmittag los. Wir wollten für eine Nacht auch nicht so weit weg, es sollte sich ja immer noch lohnen und wir wollten nicht die ganze Zeit im Auto sitzen.

 

Es sollte auch eine gute Entscheidung gewesen sein, nicht ganz so weit weg zu fahren….

 

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Ziel war diesmal die Banks – Halbinsel in der Nähe von Christchurch. Wir haben schon von mehreren Leuten gehört, dass es dort echt schön sein soll. Die gesamte Halbinsel ist vulkanischen Ursprungs und die Überreste der früheren Schichtvulkane bilden die beiden größten Naturhäfen des Gebietes – die Hafenbuchten Lyttelton und Akaroa.

 

Fährt man die Straßen in Küstennähe entlang, schlängelt man sich bergauf, bergab um die unendlich vielen Buchten, die die Halbinsel durchziehen – somit hat man unaufhörlich atemberaubende Ausblicke auf die Berge und auf die Buchten mit türkisen Meerwasser.

 

In der Le Bons Bay gab es einen tollen Campingplatz mitten in einem kleinen Waldstück. Direkt unter den Bäumen, direkt am Strand der Bucht. Mit 12$ pro Person pro Nacht war das preislich auch vollkommen in Ordnung! Das sind zusammen um die 15 Euro pro Nacht für uns zwei. Es gibt dort auch zwei Gebäude mit Toiletten, Duschen, Waschmaschinen und gut bestückte Küche mit mehreren Kochmöglichkeiten, Wasserkocher, Toaster und sogar Kühlschränke. Das meiste brauchten wir für nur eine Nacht zwar nicht, aber es war für uns das erste Mal auf so einem gut ausgestatteten Platz. Die anderen Male haben wir meist umsonst gecampt und auf diesen Plätzen gibt es dann maximal ein Plumpsklo. 🙂

 

Während der Zubereitung des Abendessens stand man – wie sollte es anders sein – mit weiteren Deutschen in der Küche… 😉 Anschließend haben wir zum Sonnenuntergang einen ausgiebigen Spaziergang am Strand entlang der Bucht gemacht. Verdammt war das herrlich!

IMG_6746Während ich tief und fest schon im Auto schlummerte, schlich Olli sich des Nachts mal wieder raus, um den Sternenhimmel zu fotografieren und Sternenspuren aufzunehmen. Diese Bilder haben immer wieder etwas Magisches!

Da es ja nun diesmal ein kurzer Ausflug werden sollte, ging es am nächsten Tag auch schon wieder Richtung Christchurch – allerdings langsam und gemütlich, mit diversen Stopps zum Entspannen und Aussichten genießen immer weiter entlang der Küste.

 

Hinter jeder Hügelkette, hinter fast jeder Kurve gab es neue tolle Aussichten und wir fingen schon an zu fluchen weil uns Wörter wie „atemberaubend“, „wahnsinnig schön“ und „traumhaft“ als Bezeichnung für diese Landschaft schon nicht mehr ausreichten.

 

Dies sollte allerdings bald nebensächlich werden…

 

Es ging mal wieder einen Berg hinauf und oben angekommen, gab es einen herrlichen Ausblick. Olli hielt an und legte den Rückwärtsgang ein und da passierte es – BÄNG….RATTERTAPENG…BÄNG!!!

 

Olli und ich schauten uns in Schockstarre an! DAS hat sich definitiv NICHT gut angehört!! Nun standen wir allerdings mitten auf der Straße. Das Auto ging aus. Von allein. Olli startet es wieder, will den Gang einlegen, das wir fahren können – hoffentlich. Und wieder – schreckliche Geräusche, Metall auf Metall! Wir schafften es an die Seite zu fahren und wieder geht das Auto einfach aus!

 

Tief durchatmen! Was ist das jetzt?! Wir versuchen es einfach noch einmal. Aber die metallischen Geräusche waren wieder zu hören. Mit unserem professionellen Unwissen in Sachen Automechanik schauten wir unter die Motorhaube und unter das Auto, ob vielleicht irgendetwas zu erkennen war. Dem war natürlich nicht so.

 

Nach ein paar Minuten schweigend im Auto sitzend, mussten wir uns langsam mal überlegen was wir nun machen. Kein Schatten, brütend heiß und kein Handy Empfang! Unser Glück im Unglück war, dass wir uns auf einem Berg befanden. Somit haben wir mit Vorsicht und Anspannung in den Leerlauf schalten können und haben uns den Berg runter rollen lassen in der Hoffnung, in ein Ort oder wenigstens in die Nähe eines Ortes zu gelangen.

 

Nach gut 10 Minuten langsamen Rollens kamen wir in den kleinen Ort Purau. Dieser lag an einer der vielen Buchten und dort ist es natürlich flach. Mit dem letzten Schwung schafften wir es auf einen Parkplatz.

 

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Und wieder – was nun? Es gab wieder Empfang und somit riefen wir unsere Mitbewohnerin Pip an, vielleicht hatte sie eine Idee. Es war Sonntag und natürlich hat keine Werkstatt oder dergleichen geöffnet. Wir machten uns schon startklar, um mit den Nötigsten Sachen uns an den Straßenrand zu stellen und den Daumen raus zu halten. Bis nach Christchurch waren es noch gut 45 Kilometer. Im Endeffekt hat uns dann ein Bekannter von Pip abgeholt und so konnten wir wenigstens alle unsere Sachen mitnehmen.

Die nächsten Tage hieß es dann viel telefonieren und Abschleppdienste und Werkstätten vergleichen. Olli hat ein günstiges Abschleppunternehmen gefunden und einige Tage später haben sie unsere Elsa abgeholt und bei sich abgestellt. Das hat uns 190$ (115€) gekostet, was ziemlich günstig für diese Entfernung ist. Das Unternehmen hat auch gleich eine Werkstatt und somit haben wir wieder ein paar Tage später Benachrichtigung bekommen was genau nun kaputt ist.

 

Wir haben schon überlegt und nachgeforscht wie es mit Ersatzteilen und gebrauchten Getrieben aussieht. Haben dazu auch schon gute Tipps von Freunden und Kollegen bekommen. Allerdings sah die Diagnose von Elsa dann doch nicht so aus, wie wir dachten!

 

Es war gar nicht das Getriebe! Nein! Es war der Motor!!! Der Motor, quasi das Herz ist komplett hinüber! Völlig kaputt! Und um das zu reparieren würde uns noch viel mehr kosten, als „nur“ das Getriebe! Also haben wir nach ein paar Gesprächen und 2 Nächten Schlaf entschieden – Elsa kommt auf den Autofriedhof, zum Schrotthändler. 🙁

 

Von dem haben wir noch ganze 400$ bekommen. Und so haben wir im Endeffekt locker 4.000$ mal eben so…verloren. Wir hatten diesmal sogar einen großen Komplettcheck machen lassen BEVOR wir das Auto kauften, um eben auf der sicheren Seite zu sein. Aber alles kann man dann leider nicht vorhersehen.

 

Nun heißt es wieder Fahrrad fahren und stundenlang auf den Bus warten und die Wochenenden in Christchurch verbringen. Im Moment haben wir die Nase erstmal voll vom Autokauf hier!

 

Es bleibt interessant.

Olli und Julia

 

 

 

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5 Kommentare auf "Endstation Purau"

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Mierswas
6 Jahre 6 Monate her

Hey ihr zwei Hübschen!
Ich hätte ja fast geheult, als ihr Elsa verlassen musstet! Lasst euch nicht unterkriegen! Die Bilder sind mal wieder der Wahnsinn und es macht richtig Spaß eure Videos anzuschauen. Dann ist man euch ein Stück näher! Ich muss die Kiddies mal wieder beauftragen von uns ein Video zu machen, damit ihr auch ein bisschen eure Freude habt! Vermisse euch ganz arg! Denke jeden Tag an euch und sehne den Tag herbei, wenn ich euch wieder in die Arme nehmen kann! Ganz Dicken Knutschi!!!
Steffi

Mierswas
6 Jahre 6 Monate her

Ach ja – schöne Ostertage für euch!

Robin
Robin
6 Jahre 4 Monate her

och mensch da seid ihr ja so richtig down gewesen … 🙁 >>Mitleidsgesicht<<

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